Mittwoch, 24. Juni 2015

Keywords für Suchmaschinenoptimierung / "Not provided"-Problematik

Früher war Google Analytics ein hilfreiches Tool für die Evaluation von Keywords für die Suchmaschinenoptimierung. Da immer mehr Daten verschlüsselt sind (https - HyperText Transfer Protocol Secure, dt. sicheres Hypertext Übertragungsprotokoll) zeigt Analytics heute leider kaum mehr, mit welchen Suchbegriffen die User auf eine Webseite gekommen sind.


Google Search Console als gutes Hilfsmittel

Abhilfe schafft hier Google Search Console. Dieses Programm ist ebenfalls kostenlos und kann mit der eigenen Webseite verbunden werden. Search Console hat gegenüber Google Analytics folgenden Vorteil: Es untersucht nicht nur das Verhalten von Usern auf der Webseite, sondern liefert auch Daten von Suchanfragen, bei welchen die Webseite nicht besucht, sondern lediglich in den Suchresultaten bei Google eingeblendet wurde. Dies noch ergänzt mit der Anzahl Einblendungen (Impressionen), der durchschnittlichen Position bei den verschiedenen Suchanfragen und der Klickrate (CTR).

Doch wie können diese Daten dabei helfen, die Webseite für Suchmaschinen zu optimieren? Einerseits können aufgrund der Anzahl Impressionen Rückschlüsse auf die Relevanz eines Suchbegriffes gezogen werden. Andererseits kann aufgrund der durchschnittlichen Position eine Aussage darüber gemacht werden, wie gut eine Seite bereits optimiert ist. Und drittens können aufgrund der Klickrate auch Folgerungen zur Qualität der Title Tags (blauer Link in Google Suchergebnissen) und Meta Descriptions (die zwei Zeilen unter dem Link in den Suchergebnissen) gezogen werden: Bei einer tiefen Klickrate können hier durch textliche Optimierungen mehr Besucher auf die Webseite gelockt werden.

Keyword Planer

Auch der Google Keyword Planer ist ein kostenloses Tool, welches dabei hilft, die relevanten Suchbegriffe zu eruieren. Die Möglichkeiten sind vielfältig: So lässt sich z.B. eine Keywordliste hochladen und Google zeigt an, wie viele Personen durchschnittlich pro Monat nach diesem Begriff suchen. Oder man gibt einen Link zu einer Webseite ein. Google eruiert dann die relevantesten Keywords und zeigt auch hier die Anzahl Suchanfragen. Es stehen noch weitere Möglichkeiten zur Verfügung. Allerdings steht dieses Tool nur zur Verfügung, wenn ein AdWords-Account eingerichtet ist.

Montag, 23. März 2015

Das ewige Lied von gefälschten Online-Hotelbewertungen (2)

Gastbeitrag von Melanie Lüthi*

Hotelgäste zum Bewertungen Schreiben animieren – aber wie?

Heutzutage gibt es kaum jemand, der bei einer Buchungsentscheidung nicht schon online Hotelbewertungen zu Hilfe gezogen hat. Doch nur ein Bruchteil der Gäste gibt nach einem Aufenthalt auch selber eine Bewertung auf einem entsprechenden Portal ab. Nachfolgend einige Ideen, wie Sie Ihre Gäste zum Schreiben von Bewertungen animieren können.

Der wichtigste Punkt hierbei ist, den Gästen verständlich zu machen, wieso das Abgeben von Bewertungen wichtig ist und dies für das Hotel, aber auch für den zukünftigen Hotelgast. Erklären Sie dem Gast, dass die Gästeinputs essentiell sind, um Missstände aufzudecken und das Produkt kontinuierlich zu verbessern, was schlussendlich dem zukünftigen Hotelgast wieder zugutekommt.

Hat ein Hotelgast dies verstanden, ist er sicherlich bereit, online eine Bewertung abzugeben. Nun müssen Sie ihm dafür nur noch verschiedene Möglichkeiten bieten. Dabei sollte in jedem Fall sichergestellt werden, dass der Bewertungsprozess für den Gast einfach und übersichtlich ist und schnell erledigt werden kann. Zudem sollte der Gast während dem Aufenthalt ständig daran erinnert werden, eine Bewertung abzugeben. Dies zum Beispiel indem man im Zimmer, in der Lobby oder auf dem Frühstückstisch mittels kreativen Aufstellern auf das entsprechende Bewertungsportal hinweist. Es empfiehlt sich ausserdem, dem Gast nach seinem Aufenthalt eine Dankesmail zu schreiben und darin auf die Bewertungsportale zu verweisen. Des Weiteren kann man auch mit Gewinnspielen locken und beispielsweise jede Saison nach dem Zufallsprinzip einen Gewinner ziehen oder die hilfreichsten Inputs küren.

Das „Problem“ von TripAdvisor

Vielen ist das Portal von TripAdvisor ein Dorn im Auge, da jede x-beliebige Person eine Hotelbewertung abgeben kann, auch wenn er oder sie niemals Gast in besagtem Haus war.

Solche nicht verifizierten Bewertungen sind auch ein Thema bei der Firma TrustYou, welche Online-Meinungen von mehr als 250 Webseiten in über 20 Sprachen analysiert und in einem Ranking, dem so genannten TrustScore, zusammenfasst. So werden von TrustYou seit einiger Zeit nur noch verifizierte Bewertungen und Erfahrungen berücksichtigt. TripAdvisor beispielsweise ist nicht mehr Teil des TrustYou-Scores.

Das Interessante hierbei ist, dass sich im Rahmen einer Bachelorarbeit bei einer Stichprobe trotz dem Wegfallen der „unverifizierten“ Bewertungen von TripAdvisor der durchschnittliche TrustScore von 55 Schweizer Hotels nicht oder nur minimal verändert hat. Und dies obwohl bis zum Änderungsdatum mehr als die Hälfte der Bewertungen von TripAdvisor stammten. Vielleicht also sind diese „unverifizierten“ Bewertungen von TripAdvisor gar nicht so ein grosses Problem…

Link zum 1. Teil von Melanie Lüthi's Gastbeitrag

* Melanie Lüthi schloss 2014 ihren Bachelor of Science FHO in Tourism an der HTW Chur ab. Im Auftrag von Tourismusconsult verfasste sie ihre Bachelorarbeit zum Thema "Effects of Hotel Reviews and Ratings on Pricing Strategy: Implications for the Swiss Hospitality Industry". 

Xing-Profil: https://www.xing.com/profile/Melanie_Luethi2

Montag, 9. März 2015

Das ewige Lied von gefälschten Online-Hotelbewertungen (1)

Gastbeitrag von Melanie Lüthi*

Immer wieder sind gefälschte Hotelbewertungen in den Medien ein Thema und diese werden unnötig aufgebauscht. Gefälschte Bewertungen zu verfassen ist für ein Hotel nicht nur wenig sinnvoll, sondern deren Erfolg ist auch von kurzer Dauer. Wer Bewertungen für sein eigenes Hotel fälscht, mag zwar kurzfristig die Buchungswahrscheinlichkeit erhöhen, erzeugt jedoch falsche Erwartungen beim zukünftigen Hotelgast. Dies zieht mit grosser Wahrscheinlichkeit enttäuschte Hotelgäste sowie wiederum schlechte Hotelbewertungen nach sich und schadet so dem eigenen Geschäft. 

Wer also im online Business erfolgreich sein möchte, muss mit vorhandenen Gästebewertungen arbeiten und diese als Input für Veränderungen und Verbesserungen der eigenen Serviceleistungen nutzen.

Online Hotelbewertungen effektiv nutzen

Um online Bewertungen effektiv nutzen zu können, müssen diese im ersten Schritt ständig überwacht werden. War ein Gast unzufrieden oder hatte er an seinem Aufenthalt etwas zu bemängeln, wird er Sie dies in seiner Bewertung wissen lassen. Genauso, wenn ihm etwas besonders zugesagt hat. Es ist nun besonders wichtig, diese Informationen zusammenzutragen und von diesem Wissen zu profitieren sowie darauf zu reagieren.

Intern besteht die Reaktion darin, wichtige Punkte anzugehen und Probleme zu lösen. Gleichzeitig sollten besonders positive Aspekte auch an die Mitarbeiter weitergegeben werden, dies erhöht den Teamzusammenhalt sowie die Motivation jedes Einzelnen. Die externe Reaktion, besonders bei negativen Einträgen, ist es, auf Bewertungen zu antworten. Dies zeigt dem Hotelgast, dass sein Feedback geschätzt wird und man sich dem Problem annimmt. Beachten Sie jedoch, dass es hierbei von Bedeutung ist, keine Standardantworten zu schreiben, sondern individuell und persönlich auf Bewertungen zu reagieren. 

Doch wie animiert man die Hotelgäste dazu, online eine Bewertung abzugeben? Dazu erfahren Sie mehr im nächsten Blogbeitrag.

* Melanie Lüthi schloss 2014 ihren Bachelor of Science FHO in Tourism an der HTW Chur ab. Im Auftrag von Tourismusconsult verfasste sie ihre Bachelorarbeit zum Thema "Effects of Hotel Reviews and Ratings on Pricing Strategy: Implications for the Swiss Hospitality Industry". 

Xing-Profil: https://www.xing.com/profile/Melanie_Luethi2

Donnerstag, 8. Januar 2015

Eigenbrand AdWords für Hotels

Es klingt ein wenig komisch und ziemlich sicher kommt die Frage auf: "Wieso soll ich bei Google AdWords mit meinem eigenen Hotelnamen schalten, wenn ich sowieso auf Platz 1 gelistet werde?" Nun, dafür sprechen eigentlich zwei Gründe.

1. Grund: Google's Anzeige der Suchresultate


Google hat im Frühjahr 2014 die Gestaltung der Anzeigen überarbeitet. War es früher so, dass die oberen drei Anzeigen - über den organischen Suchergebnissen - auf einem gelben Hintergrund angezeigt wurden, werden sie heute mit einem gelben Vermerk "Anzeige" versehen. Es scheint, als würden die Anzeigen so vom User weniger als Werbung wahrgenommen wie vorher. Ein Beispiel:




Abbildung: Screenshot auf google.ch beim Suchbegriff "hotel zürich", 12.10.2014, 13:40 Uhr

 Die oben geschalteten AdWords nehmen bei den meisten Bildschirmen einen Grossteil der Fläche ein, was dazu führt, dass die organischen Suchresultate sehr weit unten dargestellt werden bzw. teilweise sogar gescrollt werden muss, um diese zu sehen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass User auf die Werbungen der grossen OTA's (Online-Reisebüros wie z.B. Booking.com, Expedia, etc.) klicken anstatt auf die organischen Suchresultate.


2. Grund: OTA's werben mit Hotelnamen

Die Buchungsportale schalten übrigens auch mit Ihrem Hotelnamen Werbung (sog. "Brand Bidding"). Auch wenn der potentielle Gast explizit das Hotel sucht, sieht er oder sie erst einmal Werbungen von Buchungsportalen. Hier kommt dann wieder der erste Grund zum Tragen: Die Wahrscheinlichkeit, dass der User auf eine Werbung der OTA's klickt, ist relativ gross - auch wenn Ihr Hotel zuoberst in den organischen Suchresultaten erscheint.

Warum also nicht selber Anzeigen schalten, wenn jemand nach Ihrem Hotel sucht? Wegen der Kosten? Fakt ist: Die Klickkosten bei Eigenbrand-Kampagnen sind relativ bescheiden. Dafür erhöht sich Ihre Sichtbarkeit beim User. Natürlich bucht nicht jeder gleich das Hotel auch auf Ihrer Webseite, aber die Wahrscheinlichkeit ist grösser. Und so können sie Kommissionen sparen. Man rechne: Bei Klickkosten von CHF 0.50 und einer Konversionsrate von 5% kostet sie jedes verkaufte Zimmer 10 CHF. Und wie hoch ist die Kommission, die Sie den OTA's pro verkauftes Zimmer im Durchschnitt bezahlen?

Übrigens: Die Konversionsrate ist stark abhängig von der Usability (Benutzerfreundlichkeit) und dem Inhalt der Webseite (Bilder, Texte) und der eingesetzten Buchungsmaschine.

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