Montag, 27. Oktober 2014

Produktinnovation in der Hotellerie: Die "Dos"


Im letzten Beitrag wurden Aspekte angesprochen, welche als Innovationshindernisse bezeichnet werden können. Doch es gibt auch innovationsfördernde Faktoren.

Innovation in der Hotellerie: Dos

Beachtet man einige wenige Grundsätze, steht einer erfolgreichen Zukunft eines Hotels wenig im Weg:
  • Risikobereitschaft & Fehlerkultur: Wer nichts ausprobiert, kommt nicht weiter. Denn: Nur aus Fehlern lernt man in der Regel. Natürlich müssen die eingegangenen Risiken wirtschaftlich verkraftbar sein. Ein solches Umfeld motiviert Mitarbeiter auch, sich mehr einzubringen und sich mit dem Betrieb stärker zu identifizieren. Gute Mitarbeiter können so länger gehalten werden.
  • Lernkultur: Leute müssen über Know-how verfügen damit sie Zusammenhänge verstehen und innovativ sein können. Das bedeutet nicht, dass jetzt alle Mitarbeitenden teure Weiterbildungen besuchen müssen. Aber Mitarbeiter, welche solche Weiterbildungen besucht haben, sollten das Wissen auch an ihre Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Regelmässige interne Kurzschulungen sind ebenfalls sehr hilfreich und kosten praktisch nichts. So entsteht ein Know-how im Betrieb, welches allen zugänglich ist und den Betrieb weiter bringt. Gift für einen Betrieb sind Mitarbeitende und Vorgesetzte, welche nach dem Grundsatz "Wissen ist Macht" handeln. Sie haben in einem innovativen Betrieb nichts verloren.
  • Veränderungskultur: Die Zeiten haben sich geändert, und sie ändern sich immer schneller. Angst vor Veränderungen schaden dem Betrieb. Der Vorgesetzte muss überzeugend vorleben, dass Neuerungen immer auch eine Chance sind und somit den Mitarbeitenden die Angst nehmen. Warum keinen Briefkasten o. Ä. für die Mitarbeitenden aufstellen, in welchen neue Ideen eingebracht werden können? Und dann natürlich die besten Vorschläge prominent würdigen. Allenfalls sogar mit einem Hinweis, was dies dem Betrieb konkret gebracht hat. Dadurch kann ein Kulturwandel ausgelöst werden.
  • Teamarbeit: Innovation ist nur im Team möglich. Und ein Team ist es nur wirklich, wenn alle in den oben genannten Bereichen ungefähr die gleichen Vorstellungen haben und ähnlich funktionieren. Und gut geführt werden, passend zu ihrer "Art".
  • Kreative Freiräume: Vielleicht ein wenig Wunschdenken in einer Branche, in welcher die Margen tief und die Kosten sehr hoch sind. Es muss ja nicht wie bei Google laufen, wo die Mitarbeitenden 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für eigene Projekte einsetzen können. Aber: Mitarbeiter, welche immer am Limit laufen, haben keine Zeit zum Analysieren und Nachdenken. Und Nachdenken ist nun einmal der Auslöser von Innovation.
  • Führung: Der Führungsstil ist entscheidend. Vorgesetzte müssen die oben genannten Werte verinnerlicht haben und diese auch leben. Und das bedeutet auch einen anderen Führungsstil: Hierarchische oder autoritäre Führung widerspricht den oben genannten Werten. Statt grosser Erklärungen gibt es hier eine Grafik, die das deutlich macht. Das bedeutet allerdings nicht, dass Innovation nur bei einem demokratischen Führungsstil möglich ist!

Quelle: http://www.gymbase.de/index/themeng13/bwl/personal_05.php

Montag, 13. Oktober 2014

Produktinnovation in der Hotellerie: Die "Don'ts"

Ein Teil des Produktmanagements, welches in einem früheren Beitrag thematisiert wurde, ist auch die Produktinnovation. Das St. Galler Managementmodell unterscheidet hier in Optimierung (Produktmanagement) und Erneuerung (Produktinnovation). Die Grenzen sind - vor allem im Dienstleistungsbereich - schwierig zu ziehen und verlaufen fliessend.

Innovation ist abhängig von verschiedenen Aspekten

Gemäss dem St. Galler Modell stehen sowohl die Optimierung als auch die Erneuerung in Abhängigkeit zur Unternehmenspolitik, der Strategie, den Strukturen und zur Unternehmenskultur. Diese Punkte entscheiden im Wesentlichen, wie leicht oder schwer sich ein Unternehmen mit Innovation tut. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenstellung von Dos und Don'ts.

Innovation in der Hotellerie: Don'ts

Wieso gibt es so viele Hotels, die sich schwer damit tun, innovativ auf dem Markt aufzutreten? Einige Gründe:

  • "Das haben wir schon immer so gemacht": Viel gehört, oftmals geht hier ein falsches Verständnis von Sicherheit mit einher. Hat es bis jetzt immer funktioniert, dann funktioniert es auch in der Zukunft. Ein kleiner Überlegungsfehler, denn die Menschen und deren Wünsche und Ansprüche haben sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Diesen gilt es gerecht zu werden, ansonsten verliert man den Anschluss und ist nicht mehr marktfähig.
  • Steile Hierarchien: Steile Hierarchien haben meist den Nachteil, dass alles sehr lange dauert. Das führt dazu, dass nicht schnell (genug) reagiert werden kann, was in der heutigen schnelllebigen Zeit zu einem Nachteil werden kann. Flexibilität ist gefragt, in allen Belangen. Zudem werden gute und innovative Ideen von der Basis durch die vielen Instanzen hin und zurück oftmals derart verwässert, dass sich die Umsetzung dann meist alles andere als innovativ oder spektakulär erweist. Bei guten und innovativen Mitarbeitern kann dies mittelfristig zu Frustration und damit zum Stellenwechsel führen, was sich wiederum negativ auf den Betrieb auswirkt. 
  • Null-Fehler-Kultur: Innovation ist immer mit "Ausprobieren" verbunden. Ergo auch mit Fehl- und Rückschlägen und somit Risiken. In einem Betrieb mit einer Null-Fehler-Kultur trauen sich die Mitarbeiter nicht, etwas auszuprobieren, was schief gehen könnte. Also werden auch keine Innovationen hervorgebracht, was sich mittel- bis langfristig auf die Wettbewerbsfähigkeit des Hotels auswirkt.
  • Vorgesetzte, welche sich mit Vorschlägen von Mitarbeitenden profilieren: Sollte es ja eigentlich nicht mehr geben, ist aber leider immer noch sehr verbreitet. Was passiert? Der Mitarbeiter fühlt sich übergangen und veräppelt und wird sich künftig hüten, weitere Vorschläge zu machen. Eine verpasste Chance, den Betrieb weiterzubringen. 


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